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Wirtschaftsministerium plant keine Förderverlängerung für Windanlagen

11. Juni 2020
 
Das Bundeswirtschaftsministerium sieht keine Notwendigkeit einer Anschlussförderung für ältere Windkraftanlagen. Das geht aus einer Antwort an die energate-Redaktion hervor. Die Diskussion dürfte damit aber nicht beendet sein, denn auch ausgeförderten Solaranlagen fehlt es an Perspektiven. 
 
Aus Sicht des Hauses von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bieten sich nach Auslaufen der EEG-Förderung verschiedene Optionen für die Betreiber von Windenergieanlagen. Sie können diese mit oder ohne Modernisierungsmaßnahmen weiterlaufen lassen, dafür müssen sie einen Vertrag mit einem Direktvermarkter abschließen. Auch ein Neubau am Standort komme in Frage, sofern baurechtlich möglich, so das Wirtschaftsministerium. Es verweist darauf, dass einige Direktvermarkter gezielt Angebote für ausgeförderte Anlagen entwickelt hätten. Tatsächlich haben Unternehmen Direktlieferverträge (PPA) mit Windparks abgeschlossen, die aus der Förderung fallen. Ein prominentes Beispiel Beispiel ist ein PPA von Statkraft und Daimler.
 
"Das BMWi geht davon aus, dass hier ein Markt jenseits des EEG entstehen wird", heißt es in der Antwort weiter. Den Anlagenbetreibern eröffnet sich dort die Möglichkeit, zusätzlich zu den Stromerlösen weitere Erlöse durch den Verkauf der Grünstromeigenschaft ihres Stroms zu erzielen.
 
Sinkender Strompreis
Das Problem: Der zuletzt stark gesunkene Strompreis an der Börse hat die Situation auch für die Altanlagen verändert. Sie können die Kosten für den Weiterbetrieb kaum decken. Die Befürchtung: Allein in den kommenden beiden Jahren könnten Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 6.000 MW mangels Perspektive aus dem Markt gehen. Angesichts des zuletzt deutlich stockenden Zubaus bei der Windenergie droht dann ein faktisches Minus bei der installierten Leistung.
 
Auch die Ziele der Bundesregierung beim Ökostrom könnten somit in Gefahr geraten. Laut Klimaschutzprogramm soll die installierte Leistung bei der Windenergie an Land bis 2030 von aktuell rund 54.0000 MW auf dann 67.000 bis 71.000 MW wachsen. Einzelne Länder wollen daher neue Fördermaßnahmen ergreifen. Niedersachsen beispielsweise will Altanlagen befristet und in geringer Höhe weiter fördern. Das Bundesland startete dazu Anfang Juni eine Initiative im Bundesrat. Auch der Ökostromversorger Naturstrom hat ein Konzept für eine Brückenförderung vorgeschlagen.
 
Problem auch bei Solaranlagen
Bei der Solarenergie stellt sich ab kommendem Jahr ebenfalls in vielen Fällen die Frage nach dem Weiterbetrieb. Rund 18.000 kleine Dachanlagen fallen dann aus dem EEG. Laut Angaben des Umweltbundesamtes geht es dabei um eine Gesamtleistung von 71 MW. Bis Ende 2025 erhöht sich die Zahl der ausgeförderten Anlagen demnach aber bereits auf fast 180.000 mit einer Leistung von zusammen schon 2.000 MW. Zur Erinnerung: Die Bundesregierung will die installierte Leistung der Solarenergie bis 2030 sogar verdoppeln. Für Altanlagen gilt: Der Netzbetreiber muss den Strom nicht mehr abnehmen. Die Direktvermarktung lohnt sich angesichts der kleinen Anlagengrößen bei den Dachanlagen oft nicht, da Erlöse nach Branchenangaben unter den Kosten des in diesem Fall notwendigen Messstellenbetriebs liegen. 
 
 
Quelle: energate