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Übertragungsnetzbetreiber erhöhen Netzentgelte

01. Oktober 2019
 
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben ihre vorläufigen Netzentgelte für das kommende Jahr bekannt gegeben. Bis auf Tennet heben alle die Netznutzungsgebühren an.

Im Netz von 50 Hertz werden die Entgelte etwa um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen, teilte das Unternehmen mit. Bei Transnet BW beträgt die Steigerung für einen durchschnittlichen Kunden derweil rund 15 Prozent. Amprion spricht von einer Entgelterhöhung von 14,7 bis 15,8 Prozent. Bei Tennet steigen die Entgelte lediglich für Großkunden, die direkt ans Übertragungsnetz angeschlossen sind, für alle weiteren Nutzer bleiben sie auf Vorjahresniveau. 
 
Netzausbau, Systemdienstleistungen und Reserveleistung
Als Gründe für die Erhöhung verweisen die vier Übertragungsnetzbetreiber etwa auf die Beschaffung von Systemdienstleistungen, die Kosten für Vorhaltung von Reserveleistung (Kapazitätsreserve und Sicherheitsbereitschaft) sowie die Investitionen in den Netzausbau. "Insbesondere durch die Einführung der Kapazitätsreserve und Überführung weiterer Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft werden bei der Nutzung der Reservekraftwerke höhere Kosten erwartet", heißt es etwa bei Amprion. Das Unternehmen verweist zudem ausdrücklich auf die "deutlich angestiegenen" Preise bei der Regelleistung. 
 
Tennet betont derweil, dass die Kosten für den Redispatch und die Abregelung von Windkraft weiterhin etwa 60 Prozent der Kostenbasis im eigenen Netzgebiet ausmachen. "Wir arbeiten an Lösungen, um den Anstieg der netzstabilisierenden Maßnahmen zu begrenzen", erklärte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. Das werde sich in Zukunft positiv auf die Entgelte auswirken, zeigte er sich überzeugt. In der Regelzone von 50 Hertz geht der Kostenblock der Netzeingriffe bereits für 2020 deutlich zurück. So seien die Kosten für Redispatch und Einspeisemanagement um rund 100 Mio. Euro gesunken, was "kostendämpfend" berücksichtigt wurde, heißt es aus Berlin. 
 
Bundeseinheitlicher Anteil steigt auf 40 Prozent
Seit dem laufenden Jahr enthalten die Netzentgelte einen bundeseinheitlichen Anteil, den das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (Nemog) 2017 einführte und der bis 2023 schrittweise die Kosten aus dem Netzengpassmanagement bundesweit gleichmäßig verteilen soll. Dieser Anteil steigt 2020 auf 40 Prozent. Wie schon im Vorjahr, in dem erstmals ein bundeseinheitlicher Anteil von anfangs 20 Prozent erhoben wurde, führt dies zu leichten Verschiebungen. So weist etwa Amprion darauf hin, dass ohne diese Vereinheitlichung die Netzentgelterhöhung um etwa 9,4 Prozent geringer ausfiele. Bei Transnet BW läge der Anstieg nur bei rund 8 Prozent - anstatt bei 15 Prozent.
 
Die zum 1. Oktober publik gemachten Netzentgelte sind vorläufig. Die endgültigen Preisblätter müssen die Übertragungsnetzbetreiber spätestens bis zum 31. Dezember veröffentlichen. Bis dahin sind noch Änderungen möglich.
 
Quelle: energate