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Studie: Klimaabkommen verändern Weltwirtschaft rasant

10. Dezember 2020
 
Der Umbau der Weltwirtschaft ist bereits so weit fortgeschritten, dass umweltfreundliche Technologien zunehmend wettbewerbsfähig werden. Dies zeigt der Bericht "Paris-Effekt" des britischen Thinktanks Systemiq.
 
Demnach könnten kohlenstoffarme Lösungen bis 2030 rund fast drei Viertel der klimaschädlichen Emissionen ersetzen. Heute sind es rund ein Viertel.
 
"Es ist klar, dass das globale langfristige Ziel von Paris - bis Mitte des Jahrhunderts netto keine Treibhausgasemissionen - der Bezugspunkt für Regierungen und Finanzakteure ist", sagte hierzu Laurence Tubiana, Chef der European Climate Foundation. Die Staats- und Regierungschefs der Welt hätten 2015 eine Reise angetreten und jetzt sei die Zeit gekommen, schneller zu werden. Dabei kommen sie der Studie zufolge beim Aufbau der "grünen Ökonomie" durchaus voran - in klimaschädliche Kohle-Projekte würde beispielsweise weitaus weniger investiert.
 
Anlass für diese Entwicklung seien unter anderem die rapide sinkenden Kosten für Solar- und Windenergie. 2014 prognostizierte die Internationale Energieagentur (IEA), dass die durchschnittlichen Solarpreise bis 2050 0,05 US-Dollar/kWh erreichen würden. Tatsächlich dauerte es nur sechs Jahre, um diese Gestehungskosten zu erreichen. Solar und Wind seien schon heute in vielen Ländern die billigste Energieform - bis Ende der 2020er Jahre werde dies überall der Fall sein.
 
E-Autos schlagen Verbrenner noch vor 2024
Auch Batterien seien zunehmend wettbewerbsfähiger. Davon profitiere der Markt für Elektrofahrzeuge. Im Jahr 2016 hätten Branchenanalysten prognostiziert, dass Autos mit Verbrennungsmotor in den 2050er Jahren immer noch 60 Prozent der verkauften Fahrzeuge ausmachen würden. Heute sei dies kaum noch vorstellbar. Noch vor dem Jahr 2024 würden Elektrofahrzeuge die Verbrenner bei allen Kaufkriterien schlagen und bis 2030 seien die Verkäufe von Verbrennern die Minderheit, sagt Systemiq voraus.
 
In der Industrie gehe die Entwicklung ebenfalls schneller als erwartet. Noch im Jahr 2015 wurde allgemein davon ausgegangen, dass die Schwerindustrie (Stahl, Zement, Kunststoffe) und der Transportsektor (Schifffahrt, Luftfahrt, Lkw) selbst bis 2050 nur teilweise dekarbonisiert werden könne. Doch auch diese Sektoren müssen nun bis 2050 CO2-frei sein, was auch möglich sei. Auch elektrisch betriebene Flugzeuge sehen die Analysten im Kommen.
 
Nachzügler riskieren Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
Bis 2030 dürfte die grüne Wirtschaft weltweit mehr als 35 Millionen neue Arbeitsplätze hervorbringen, wobei das Wachstum vor allem in Sektoren wie erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, lokale Lebensmittelwirtschaft und Landrestaurierung stattfinden werde. Dies sei nach der Coronapandemie auch erforderlich. Länder, die dieser Entwicklung hinterherhinken würden, drohe ein langsameres Wachstum, eine geringere Produktivität und ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.
 
Die Autoren weisen aber auch darauf hin, dass in den fünf Jahren seit dem Klimaabkommen von Paris der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weiter gestiegen ist. Zuvor hatten schon die Vereinten Nationen gewarnt, dass die Staaten immer noch auf etwa drei Grad Temperaturanstieg zusteuern. Vorgesehen sind deutlich unter zwei Grad. Mit großen Anstrengungen könnten die Pariser Klimaziele aber noch erreicht werden, heißt es in dem UN-Bericht. Am 11. und 12. Dezember werden die EU-Staaten über ein höheres Klimaziel für das Jahr 2030 beraten. Am Wochenende wollen die Regierungen auf einem digitalen Klimagipfel ihre Fortschritte beim Klimaschutz präsentieren.
 
 
Quelle: energate