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Studie: Deutschland muss in 15 Jahren CO2-frei werden

13. Oktober 2020
 
Um die Erderwärmung zu begrenzen müsste sich der Erneuerbarenzubau in Deutschland vervielfachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wuppertal-Institutes im Auftrag des Klimaschutznetzwerks "Fridays for Future".
 
Die von der GLS-Bank finanzierte Analyse nimmt den deutschen Beitrag zum Einhalten der 1,5-Grad-Grenze bei der Erderwärmung in den Blick.
 
Das im vergangenen Jahr beschlossene Klimaschutzgesetz der Bundesregierung sieht vor, dass Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral wird. Dies ist allerdings nicht vereinbar mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius, merken die Forscher an. Denn um diese Grenze einzuhalten, müsse Deutschland schon 2035 seine CO2-Neutralität erreichen, so das Wuppertal-Institut mit Verweis auf den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU). "Um eine Chance zu haben, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, müssten die deutschen Emissionen insbesondere in den kommenden fünf Jahren - und damit vor allem in der nächsten Legislaturperiode - dramatisch abnehmen", erklärte Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal-Instituts.
 
Lücke zwischen realen und notwendigen Zubauzahlen
Die Forscher plädieren für einen drastischen Ausbau der Erneuerbaren, insbesondere der Onshore-Windenergie. Den Bedarf beziffern sie auf "mindestens 7.000 MW oder besser 10.000 MW" pro Jahr. Angesichts der aktuellen Zubauzahlen, die beispielsweise bei Onshore-Windkraft im ersten Halbjahr 2020 bei 219 MW lagen, scheinen diese Ziele weit entfernt. Auch der Solarzubau erreichte mit 2.300 MW nicht die notwendigen Mengen. Für ein CO2-neutrales Energiesystem sei Wasserstoff - unter anderem für die Stahlerzeugung - unerlässlich, führen die Autoren weiter aus. Eine weitere Zielvorgabe an die Bundesregierung sei daher eine Elektrolyseleistung für die Wasserstoffproduktion, die bis 2035 70 bis 90.000 MW an installierter Kapazität erreichen soll. Bisher sehe die Wasserstoffstrategie bis 2035 maximal 10.000 MW vor, hieß es vom Wuppertal Institut dazu.
 
 
Quelle: energate