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Sektorkopplung hilft Deutschland bei der Energiewende

11. Februar 2020
 
Die Elektrifizierung der Bereiche Verkehr, Gebäude und Industrie kann eine tragende Rolle bei der Erreichung der deutschen Klimaziele spielen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht zum Potenzial der Sektorkopplung bis zum Jahr 2050 in Europa von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) in Kooperation mit den Energiemanagement-Spezialisten Eaton und dem norwegischen Energiekonzern Statkraft. 
 
Verglichen mit den Werten des Jahres 1990 lässt sich demnach durch die Kopplung der Sektoren der Ausstoß an Treibhausgasen um 71 Prozent reduzieren. Werden die Emissionen für die drei Bereiche gemeinsam mit der Emissionsreduzierung in der Stromerzeugung betrachtet, sei bis 2050 sogar eine Senkung von 83 Prozent im Vergleich zu 1990 möglich.
 
Vernetzung senkt Strombedarf
Mit der flächendeckenden Elektrifizierung verschiedener Bereiche steigt zwar der Stromverbrauch. Gleichzeitig könne eine effiziente Vernetzung der Sektoren helfen, dem wachsenden Stromverbrauch entgegenzuwirken, so die Autoren. Der Bericht schätzt, dass das Stromsystem bis 2050 75 Prozent mehr Erzeugungskapazität benötigen könnte als ohne die Sektorkopplung, wobei kostengünstige Wind- und Solaranlagen den größten Teil davon ausmachen werden. Aufgrund der schwankenden Energieverbräuche bei Wärme und Transport müsse die Stromversorgung zudem deutlich flexibler werden, beispielsweise durch Energiespeicher.
 
Gebäudesektor auf der Überholspur
Der Anteil der fossilen Brennstoffe kann laut der Prognose bis 2050 deutlich sinken. Erwartet wird jedoch eine unterschiedlich schnelle Elektrifizierung der verschiedenen Sektoren. Angefangen hat sie bereits im Transportsektor durch das Aufkommen der Elektromobilität. Bis 2050 sei die Elektrifizierung im Gebäudesektor jedoch bereits weiter fortgeschritten als im Transport, lautet die Prognose. Grund dafür seien die zögerlichen Entwicklungen im Lastentransport sowie bei der Schiff- und Luftfahrt.
 
In der Industrie hängt die Entwicklung laut Bericht von der Temperatur der Herstellungsprozesse ab. Produkte wie Stahl, Zement oder Eisen benötigen bei der Herstellung hohe Temperaturen und werden auch 2050 noch zu rund 40 Prozent mit Einsatz von fossiler Energie entstehen, so die Erwartung der Autoren. Gleichzeitig gewinne in der Industrie grüner Wasserstoff in den kommenden Jahren an Bedeutung.
 
Mehr Unterstützung
Der Weg zu einer umfassenden Sektorkopplung braucht eine Politik, die diese vorantreibt, so der Bericht. Die Autoren empfehlen beispielsweise höhere Forschungsgelder oder den Ausbau von Infrastruktur für intelligente Netze.
 
 
Quelle: energate