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Rollout und Abstandsregeln beschäftigen 2020 die Branche

02. Januar 2020
 
Neues Jahr, neue Regelungen. Das gilt auch für die Energiewirtschaft. Zu den wesentlichen Änderungen, die dieses Jahr auf Unternehmen und Verbraucher zukommen, gehören unter anderem der Start der europäischen Stromrichtlinie und der Rollout intelligenter Messsysteme. 
 
Auf letzteren hat die Branche jahrelang gewartet. Im Januar oder spätestens Februar dürfte es jetzt endlich soweit sein. Nachdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik kurz vor Weihnachten den dritten Smart-Meter-Gateway zertifiziert hat, wartet die Branche nun nur noch auf die ausstehende Markterklärung. Ab dem Datum dieser Erklärung müssen alle Konsumenten mit einem Verbrauch von 6.000 kWh Strom pro Jahr sowie eine Vielzahl von Prosumern mit intelligenten Zählern ausgestattet werden.
 
Ebenfalls kurz vor Weihnachten passierte das Klimapaket den Bundesrat und tritt somit in Kraft. Damit gilt neu für Windkraftanlagen ein Mindestabstand, andere Regelungen wie etwa die Einführung eines CO2-Preises für den Verkehr- und Wärmesektor treten erst später in Kraft. Andere Punkte des Klimapakets wie die Regelungen zum Kohleausstieg ließ die Bundesregierung entgegen anderslautender Ankündigungen bis zum Jahreswechsel offen. Sie werden die Branche genauso wie die ebenfalls noch ausstehende Nationale Wasserstoffstrategie im Laufe des Jahres aber noch intensiv beschäftigen.
 
Gleichzeitig mehr Abschreibemöglichkeiten sowie mehr Umlagen
Weiter gibt es viele neue Vorgaben, welche die Gebäudesanierung und die Elektromobilität voranbringen sollen. Dazu gehören etwa zusätzliche Abschreibemöglichkeiten für die energetische Sanierung von selbstgenutzten Eigenheimen und für betrieblich genutzte Elektro-Lieferfahrzeuge. Zudem fallen weniger Steuern für elektrisch betriebene Firmenwagen an. Auf der anderen Seite wird es aber auch teuer. Die Brutto-Strompreise steigen durch die verschiedenen Umlagen im Jahr 2020 um insgesamt 4,5 Prozent an. So erhöht sich allein die EEG-Umlage erstmals nach zwei Jahren wieder um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent/kWh. Die Ursache ist die Entwicklung der Börsenstrompreise. Damit dürfte die EEG-Umlage aber auch ihren Peak erreicht haben, so eine Prognose des Beratungsbüros Enervis. Weiterer Kostentreiber beim Strompreis sind die Netzentgelte, die nach Angaben der Versorger durchschnittlich um rund sieben Prozent steigen werden.
 
Neue Vorgaben aus Brüssel und Bonn
Zum 1. Januar sind außerdem die europäische Stromrichtlinie und die Stromverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig mehr Netzkapazitäten für den grenzüberschreitenden Intraday-Handel zur Verfügung stehen. Neue Kraftwerke, die am Kapazitätsmarkt teilnehmen wollen, müssen nun einen CO2-Emissionsstandard erfüllen. Zudem stärkten die europäischen Gesetze die Rolle der Verbraucher. Sie sehen unter anderem vor, dass Stromspeicherdienstleistungen nicht mehr doppelt belastet werden dürfen.
 
Bei wesentlichen Änderungen im laufenden Jahr hat auch die Bundesnetzagentur ihre Finger im Spiel. So gelten im Gasmarkt ab dem 15. Januar, dem Start der nächsten Intraday-Handelsphase, neue Regeln, die die Aufklärung von Bilanzungleichgewichten beschleunigen sollen. Im Strommarkt wird spätestens zum 1. Juni 2020 ein neuer Regelarbeitsmarkt für die Beschaffung von Regelenergie starten.
 
 
Quelle: energate