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Ökostromanteil in Europa wächst in Coronakrise

17. April 2020
 
Der Stromverbrauch in Europa ist in der Coronakrise um zehn Prozent gesunken. Bei den Anteilen der Stromerzeuger kommt es dabei zu enormen Verschiebungen: Während die Kohlestromerzeugung im ersten Quartal 2020 in der EU und Großbritannien um mehr als ein Viertel (-25,5 %) zurückgegangen ist, kommen erneuerbare Energien auf einen Anteil von 43 Prozent. 
 
Das teilte der finnische Anlagenhersteller Wärtsilä mit. Das Unternehmen hat eine neue Plattform freigeschaltet, die auf Basis von öffentlichen Daten des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbandes Entso-E Infos zur Stromerzeugung und -nachfrage bereitstellt.
 
Seit Anfang März, als die Coronakrise große Teile Europas erreicht hatte, habe sich der Wandel noch verstärkt, so Wärtsilä. Die Kohleerzeugung brach zwischen dem 10. März und dem 10. April um fast ein Drittel (-29 %) gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein und machte nur noch 12 Prozent der gesamten Erzeugung in der EU und Großbritannien aus. Ökostromanlagen lieferten hingegen fast die Hälfte (46 %) des Stroms, ein Anstieg um 8 Prozent gegenüber 2019. In Deutschland haben Erneuerbare laut der Analyse einen Anteil am Erzeugungsmix von 60 Prozent erreicht (+12 %). Gleichzeitig sei die Kohleerzeugung um 44 Prozent zurückgegangen.
 
Europäisches Energiesystem läuft stabil
"Die Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die europäischen Energiesysteme sind außergewöhnlich", sagte Björn Ullbro, Vizepräsident für Europa & Afrika bei Wärtsilä Energy Business. Solche Zahlen seien eigentlich erst für das Ende dieses Jahrzehnts erwartet worden. Nun sei dieser Zustand weitaus schneller erreicht, das Energiesystem arbeite jedoch stabil. "Wir sehen ein Ausmaß an erneuerbarer Elektrizität, von dem einige glaubten, dass es zu einem Zusammenbruch der Systeme führen würde, aber das ist nicht der Fall - tatsächlich kommen sie gut damit zurecht", so Ullbro. Das in dieser Situation gesammelte Wissen müsse nun genutzt werden, um die Energiewende weiter voranzutreiben. 
 
 
Quelle: energate