Neutral
vergleichen und
auf echten Ökostrom
setzen!

Klimaschutz-Index: Deutschland leicht verbessert

07. Dezember 2020
 
Beim Klimaschutz hat sich Deutschland im internationalen Vergleich etwas gesteigert. Kurz vor Beginn des EU-Gipfels zum Klimaziel 2030 zeichnet der neue Klimaschutz-Index 2021 insgesamt ein zwiespältiges Bild der Europäischen Union.
 
Spitzenreiter ist Schweden. Deutschlands Gesamtbewertung bleibt mit Platz 19 "mittelmäßig". Im vergangenen Jahr war es Platz 23. Nach dem Tiefpunkt auf Platz 27 vor zwei Jahren landet Deutschland aber nun im oberen Mittelfeld. Dies reicht allerdings noch nicht für die Kategorie "gut".
 
"Zum leicht verbesserten Abschneiden Deutschlands tragen auch gute Noten für die internationale Klimapolitik bei - zum Beispiel im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft bisher", sagte Hauptautor Jan Burck von der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch. Deutschlands Problemfelder seien ein zu schwaches Ziel für erneuerbare Energien, viel zu wenig Fortschritt im Verkehrssektor sowie ein noch immer hoher Energieverbrauch und hohe Emissionen pro Einwohner. Die Maßnahmen Deutschlands reichten noch nicht aus, um die Pariser Klimaziele umzusetzen, urteilten Germanwatch und das New Climate Institute. Sie bewerten in dem jährlich erscheinenden Bericht die Klimapolitik der 57 emissionsstärksten Länder und der EU.
 
Die Europäische Union verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang 16. Burck sieht die EU am Scheideweg: "Die EU kann mit einem grün ausgerichteten Wiederaufbau nach der Corona-Krise, einem ehrgeizigeren neuen Klimaziel für 2030 und einer guten Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Green Deal zum Zugpferd beim Klimaschutz werden." Sie könne aber auch schwer ins Straucheln geraten, wenn sie Greenwashing statt Green Recovery betreibe und unzureichende Ziele sowie Instrumente im European Green Deal umsetze. Der Europäische Rat soll die Erhöhung der CO2-Einsparvorgabe für 2030 auf 55 Prozent auf dem nächsten Treffen am 10. Dezember beschließen.
 
Emissionen sinken in vielen Staaten
Die Klimaschützer sehen noch immer kein Land auf einem Pfad zu den Pariser Klimazielen. Wie schon seit 15 Jahren bleiben daher auch dieses Mal die ersten drei Plätze frei. Platz vier belegt erneut Schweden. Im Gesamt-Ranking folgen Großbritannien und Dänemark. Zu den großen Aufsteigern gehören Portugal und Neuseeland. Einige osteuropäische Staaten sind Ausreißer nach unten: Ungarn, Slowenien, Tschechien und Polen werden auch für ihre Blockadepolitik in der EU kritisiert. Die USA liegen zum zweiten Mal in Folge noch hinter Saudi-Arabien am Ranking-Ende. Ob die Ankündigungen des gewählten Präsidenten Biden zur Klimaschutzpolitik umgesetzt würden, sei noch offen, heißt es zur Begründung.
 
Doch es gibt auch Hoffnung: Der Klimaschutz-Index 2021 zeige, dass ein globaler Wendepunkt erreicht sein könnte, insbesondere hinsichtlich der weltweiten Emissionen, schreiben die Autoren. Der diesjährige Index bewertete die Emissionen vor der Corona-Pandemie und konnte einen nur geringen Anstieg der weltweiten Emissionen und einen Rückgang in 32 Ländern der Rangliste feststellen. In zwei Drittel der Länder würden nun mehr als zehn Prozent der insgesamt benötigten Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen - in zwölf davon sogar mehr als 20 Prozent.
 
 
Quelle: energate