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Erste Standards für Windrad-Rückbau

17. Juli 2020
 
Für den Rückbau und das Recycling von Onshore-Windrädern gibt es nun erstmals offizielle Empfehlungen. Die neuen Branchenstandards hat das Deutsche Institut für Normung gemeinsam mit Windenergieexperten festgelegt. 
 
Rund ein Jahr haben sie an dem Dokument "DIN SPEC 4866" gearbeitet. Hintergrund dieses Vorstoßes sei, dass in Deutschland - unter anderem aufgrund der auslaufenden EEG-Förderung - Rückbauprojekte von Windkraftanlagen häufiger werden, teilte das Institut mit. Denn zum Jahreswechsel endet für mehr als 5.000 Anlagen die 20-jährige Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), weitere 8.000 folgen bis Ende 2025.
 
Bislang gebe es nur eine überschaubare Anzahl von Rückbau-Projekten, weil die meisten Windräder in Deutschland noch nicht so alt sind. Dies werde sich in Zukunft aber ändern. "In den nächsten Jahren kommt eine Rückbauwelle auf uns zu - und wir wollen Unternehmen, Behörden und Betreibern helfen, darauf gut vorbereitet zu sein, um die Demontage und das Recycling von Windenergieanlagen sicher und professionell zu gestalten", erklärte Andrea Aschemeyer von der VSB Neue Energien Deutschland, welche das Projekt initiert hatte.
 
Leitfaden ist online verfügbar
Denn bei der Demontage gelte es, sehr viele unterschiedliche Anforderungen zu berücksichtigen, angefangen bei der Baustellensicherung und der Qualifikation der Arbeiter. Die Fachleute müssten Rotorblätter, Turm und Gondel fachgerecht zerlegen und dabei zusätzlich sicherstellen, dass keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Bei der Entsorgung müsse klar sein, welche Bestandteile der Windenergieanlage sich wie verwerten lassen. Auftraggeber sollten darüber hinaus wissen, wie der Rückbau zu dokumentieren ist und welche behördlichen Genehmigungen in welchem Bundesland notwendig sind, hieß es. Das 26-seitige Dokument DIN SPEC 4866 könne hier als Leitfaden dienen. Es ist kostenlos online verfügbar. An seiner Erstellung waren 25 Experten aus der Windenergie- und Recycling-Branche, Wissenschaftler sowie Mitarbeitern von Behörden wie dem Umweltbundesamt beteiligt.
 
 
Quelle: energate