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Energiebranche geht mit Optimismus ins neue Jahr

08. Januar 2020
 
Die Energiebranche geht überwiegend positiv gestimmt in das Jahr 2020. Das geht aus einer energate-Umfrage unter mehr als einem Dutzend Verbänden hervor. 
 
Mit den Beschlüssen zum Klimapaket, dem Einstieg in die CO2-Bepreisung und dem geplanten Kohleausstieg haben sich die Rahmenbedingungen für die Energiebranche in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Dies spiegelt sich erwartungsgemäß in der Verbände-Analyse der aktuellen Situation wider.
 
BDEW und VKU: Kohlekompromiss umsetzen
Der Kompromiss der Kohlekommission habe gezeigt, wohin die Reise gehen soll, betonte etwa Michael Wübbels, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VKU. "Kohleausstieg bis spätestens 2038 auf der einen, Einstieg und stärkerer Ausbau klimaschonender, neuer Technologien auf der anderen Seite." Leider habe die Bundesregierung diesen Impuls nicht genutzt, um die entscheidenden Weichenstellungen auf den Weg zu bringen. Ganz oben auf der Agenda müssten nun etwa das Kohleausstiegsgesetz, der Netzausbau oder die Novelle des KWK-Gesetzes stehen, so Wübbels.
 
Auch der BDEW fordert klare Signale von Bundesregierung. "Die Stimmung in der Branche lässt sich am besten mit 'zwiespältig' beschreiben: Einerseits wollen die Unternehmen entschlossen in Energiewendeprojekte investieren. Leider stimmen hierfür die Rahmenbedingungen nicht", sagte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Nötig sei etwa, die Hemmnisse beim Ausbau der Windenergie zu beseitigen. Bei der Steinkohle dürfe es zudem keine entschädigungslosen Stilllegungen per Gesetz geben.
 
BNE: CO2-Preis als Signal
Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) bewertet die aktuelle Lage positiv. "Hierzu trägt vor allem der jüngste Beschluss zur ernsthaften CO2-Bepreisung bei", so Geschäftsführer Robert Busch. Nun sei klar, dass fossile Energieträger im Wärme- und Verkehrsbereich teurer werden und dass sich CO2-arme Technik lohnt. "Betrüblich stimmt dagegen, dass die unbestritten wichtigen Maßnahmen wie die Vereinfachung der Regelungen und die umfassende Reform der Abgaben und der Netzentgeltsystematik weiter verdrängt wurden."
 
Licht und Schatten bei Erneuerbaren
Aus der Erneuerbaren-Branche kommen gemischte Töne. "Die Windenergie blickt auf ein widersprüchliches Jahr zurück: Rekordeinspeisung und wichtigster Energieträger im Strommix, gleichzeitig aber massiver Zubaueinbruch", sagte Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverband Windenergie (BWE). Er forderte schnell Maßnahmen von der Bundesregierung, etwa für Eigenversorgung oder die Direktlieferung an Industriekunden. "Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch. 2020 erwarten wir von der Politik greifbare Ergebnisse“, so Axthelm. Optimistischer zeigt sich der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO). Hintergrund ist das auf nun 20.000 MW erhöhte Ausbauziel für die Meereswindkraft bis 2030. "Die Umsetzung dieser Beschlüsse wird die zentrale Herausforderung für das kommende Jahr", hieß es vom Verband. Der BWO fordert zudem für die anstehende EEG-Novelle ein neues Fördersystem für Offshore-Windkraft.
 
Nach einem starken Zubau im Jahr 2019 blickt der Bundesverband Solarwirtschaft zuversichtlich auf die kommenden 12 Monate. Die Krise der Vorjahre scheint überwunden. "Das wiedergewonnene Investoren-Vertrauen muss jetzt politisch abgesichert werden, damit die 20er zu einer Dekade der Solarisierung werden", sagte BSW-Geschäftsführer Karsten Cörnig. Noch im Januar müsse daher die von der Bundesregierung geforderte Aufhebung des Solardeckels erfolgen.
 
Bioenergie hofft auf Schub
Bei der Bioenergie sieht die Lage nicht ganz so rosig aus. Die Stimmung bei den Biomethanunternehmen sei verhalten, heißt es vom Biogasrat. Die Marktsituation sei aufgrund fehlender Vermarktungspfade insbesondere im Verkehrs- und Wärmesektor nach wie vor schwierig. Verbandsgeschäftsführerin Janet Hotchi betonte, die Schwerpunkte müssten nun auf der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen 2030 im Verkehrssektor, sowie der EU-Erneuerbarenrichtlinie in nationales Recht liegen. Der Fachverband Biogas sieht dagegen in den Beschlüssen des Klimapaketes ein klares Bekenntnis zur Stabilisierung des Biogas-Anlagenparks. Dieses muss aus Sicht von Verbandsgeschäftsführer Claudius da Costa Gomez auch in der Reform des EEG widerspiegeln. "Ein Neubau, aber auch der Weiterbetrieb von Biogasanlagen ist unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich nicht zu realisieren."
 
Auf eine steigende Nachfrage stellt sich die Biokraftstoffindustrie ein. Der Grund: Im kommenden Jahr steigt die Treibhausgasquote für die Mineralölindustrie. "In den Folgejahren drohen jedoch E-Mobilität und neue, besonders geförderte Biokraftstoffe markteingeführten Biodiesel und Bioethanol zu kannibalisieren." Die Bundesregierung müsse die Quote daher erhöhen.
 
Rolle von Gas in der Energiewende
Positiv äußern sich Vertreter der Gasbranche. "Gas und Gasinfrastrukturen sind zur dritten Säule der Energiewende geworden und werden somit unverzichtbar für ein klimaneutrales Energiesystem in Deutschland", heißt es vom DVGW. Die Vereinigung verweist unter anderem auf den Dialogprozess Gas 2030, in dem die Branche gezeigt habe, dass sie "grün kann". Noch seien aber zu wenig dieser neuen Ansätze im Klimapaket der Bundesregierung zu finden, beklagt der DVGW. Er fordert unter anderem ein gesetzlich verankertes Grüngasziel.
 
 
Quelle: energate