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EEG-Umlage: Deckel kostet 10,8 Mrd. Euro

15. Oktober 2020
 
Die Deckelung der EEG-Umlage für das kommende Jahr kommt die Bundesregierung teuer zu stehen. Sie muss knapp 10,8 Mrd. Euro aus dem Bundeshaushalt zuschießen, um die Umlage wie geplant auf 6,5 Cent/kWh zu senken.
 
Ohne diesen Bundeszuschuss hätte die EEG-Umlage für 2021 bei 9,651 Cent/kWh gelegen, teilten die Übertragungsnetzbetreiber anlässlich der Bekanntgabe der Umlage mit. Die Bundesregierung hatte die Deckelung der EEG-Umlage Anfang Juni im Zuge des Konjunkturpakets beschlossen, um die Strompreise zu entlasten. "Dieses Versprechen lösen wir heute ein", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Finanziert werden soll die Senkung der EEG-Umlage hauptsächlich durch die neue CO2-Bepreisung im nationalen Emissionshandel.  
 
Coronakrise als Hauptursache für Kluft
Der nun politisch verhinderte Anstieg der EEG-Umlage um knapp 2,9 Cent/kWh wäre der höchste Anstieg seit Bestehen der Ökostromförderung gewesen. Als Ursache dafür führen die Übertragungsnetzbetreiber hauptsächlich Effekte aus der Coronakrise an. Diese hatte zum einen zu einem Verfall der Börsenstrompreise, zum anderen zu einem Rückgang des Stromverbrauchs geführt. So liegt der Nettostrombedarf in Deutschland für 2020 laut dem aktuellen Gutachten rund acht Prozent unter dem Wert, der noch im vergangenen für die Berechnung der EEG-Umlage angesetzt worden war, erklärten die Übertragungsnetzbetreiber. Die Erlöse aus der Börsenvermarktung des EEG-Stroms sind derweil um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gesunken.
 
Deckungslücke beträgt 26,4 Mrd. Euro
Für 2021 haben die Übertragungsnetzbetreiber eine Deckungslücke von 26,4 Mrd. Euro ausgemacht. Diese ergibt sich aus der prognostizierten Menge an EEG-Fördergeldern abzüglich der Börsenerlöse und muss durch die EEG-Umlage geschlossen werden. Daraus ergibt sich umgerechnet eine Kernumlage von 7,7 Cent/kWh für 2021. Als weitere Faktoren fließen die Liquiditätsreserve für das EEG-Konto sowie die Unterdeckung des Kontos aus dem laufenden Jahr mit ein. Die Unterdeckung des EEG-Kontos, die sich aktuell auf 4,1 Mrd. Euro beläuft, trage etwa mit 1,2 Cent/kWh zur EEG-Umlage bei, rechneten die Übertragungsnetzbetreiber vor.
 
Als weiteren Faktor zur Bestimmung der Umlage haben die Übertragungsnetzbetreiber die Produktionsmenge von EEG-Strom prognostizieren lassen. Hier gehen sie für 2021 von einem Nettozubau von Erneuerbaren-Anlagen in Höhe von 5.100 MW aus. Die Stromerzeugung steigt dadurch um 3 Mrd. kWh gegenüber 2020 auf insgesamt 228 Mrd. kWh aus. Die sich daraus ergebende Fördersumme für EEG-Strom summiert sich auf 27,9 Mrd. Euro. Bis 2025 sollen die EEG-Strommengen auf 273 Mrd. kWh steigen, geht aus der Mittelfristprognose hervor. Die Fördersumme soll derweil sinken auf 25,8 Mrd. Euro. 
 
Offshore-Umlage sinkt leicht
Parallel zur EEG-Umlage haben die Übertragungsnetzbetreiber auch die Offshore-Netzumlage bekannt gegeben, die die Kosten für den Ausbau des Offshore-Stromnetzes sowie Entschädigungszahlungen an Windparkbetreiber in Falle von Netzstörungen abdeckt. Diese soll im kommenden Jahr leicht sinken von derzeit 0,414 auf 0,395 Cent/kWh.
 
 
Quelle: energate