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EEG-Konto erstmals seit 2013 im Minus

13. Juli 2020
 
Das EEG-Konto ist zum Ende des ersten Halbjahres erstmals seit 2013 wieder in den negativen Bereich gerutscht. Für Ende Juni weist das Konto einen Stand von minus 1,16 Mrd. Euro aus, zeigen aktuelle Daten der Übertragungsnetzbetreiber. 
 
Zum Jahresbeginn stand das Konto noch mit gut 2 Mrd. Euro im Plus, damit hat der Verrechnungsmechanismus in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Finanzvolumen von mehr als 3 Mrd. Euro verschlungen. Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet. Während die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr gute Erzeugungswerte vorzeigen konnten, hatte die Coronakrise die Strompreise im Großhandel deutlich sinken lassen. Da die EEG-Förderung die Lücke zwischen den Vermarktungserlösen und den garantierten Vergütungen für Wind- und Solarparks ausgleicht, war der Finanzpuffer in den vergangenen Monaten rapide geschmolzen. 
 
Ausgaben erreichen Rekordwert
Der Trend der letzten Monate hat sich im Juni sogar noch verschärft. Das EEG-Konto weist bei den Einnahmen mit 1,89 Mrd. Euro den geringsten Wert im laufenden Jahr aus, da insbesondere das Volumen an Zahlungen der EEG-Umlage durch Stromverbraucher gering ausfiel. Die Ausgaben summieren sich derweil auf 3,15 Mrd. Euro - den höchsten Monatswert seit Bestehen des EEG-Kontos. Hier schlagen wie gewöhnlich die ausgezahlten Fördergelder ins Kontor, die im Juni besonders hoch ausfielen. Im Ergebnis ergibt das einen negativen Monatssaldo in Höhe von 1,26 Mrd. Euro - ein derart hohes Monatsminus hat es noch nie gegeben. Zu erwarten ist, dass das Konto in den kommenden Monaten noch tiefer ins Minus rutscht, da im Sommer regelmäßig hohe Auszahlungen an EEG-Vergütungen anfallen.
 
Für die Bundesregierung ist die Entwicklung auf dem EEG-Konto eine Hiobsbotschaft. Sie hat im Zuge des Konjunkturpakets bereits eine Senkung der EEG-Umlage für das kommende Jahr von aktuell 6,756 Cent auf 6,5 Cent per kWh beschlossen, 2022 soll sie gar auf 6,0 Cent/kWh sinken. Die Fehlbeträge zum Ausgleich des EEG-Kontos sollen Einnahmen aus dem neuen Brennstoffemissionshandel liefern. Ob die Mittel angesichts der jüngsten Entwicklung dafür ausreichen, ist unklar. Derweil hat die schmelzende Kapitaldecke im EEG-Mechanismus auch Konsequenzen für die Übertragungsnetzbetreiber, die das EEG-Konto verwalten. Amprion hatte bereits im Mai einen neuen Kredit über zusätzliche 500 Mio. Euro aufgenommen.
 
 
 
Quelle: energate